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Neuer Co-Geschäftsleiter bei der Vereinigung Cerebral Schweiz



Leserbrief in der SÜDOSTSCHWEIZ vom 07.04.2017

Schulische Integration als Chance

Thuli-Gartmann Katrin, Chur

BDP-Grossrat Gian Michael (Donat) fordert in seinem Auftrag an die Regierung eine Rückkehr zum separativen Schulmodell. Kleinklassen sollen eingeführt und die separative Schulungsform wieder möglich werden. Die Motivation hinter diesem Anliegen sind vor allem finanzpolitische Aspekte.

Mit dem Schulgesetz ist der Kanton Graubünden auf gutem Weg das Ziel der schulischen Integration umzusetzen. Entsprechend wurde die Separierung in der neuen Schulgesetzgebung 2013 gestrichen. Integrationsmassnahmen sind nicht gratis zu haben. Rein finanzpolitische Argumente greifen zu kurz. Wir sind überzeugt, dass sich die heutigen Investitionen mittel und langfristig auszahlen. Integrative Schulung heisst auch, besserer Zugang und bessere Chancen zu Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Jede gelungene Integration ist nachhaltig und bringt persönlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gewinn.

Selbsthilfe- und Fachorganisationen setzen sich vorbehaltslos für die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit einer Behinderung ein. Leitgebend für die schulische Integration ist das Behindertengleichstellungsgesetz und die UNO-Behindertenkonvention. Die Umsetzung des Auftrages Michael würde übergeordnetem Recht widersprechen. Insofern ist es erfreulich, dass die Bündner Regierung und auch der Verband Lehrpersonen Graubünden (Legr) am schulischen Integrationskonzept festhalten und den Auftrag Michael ablehnen.

Pro Infirmis Graubünden, Katrin Thuli-Gartmann, Geschäftsleitung
insieme Cerebral, Ralph Lang, Präsident
Procap grischun, Philipp Ruckstuhl, Geschäftsleitung

 

 


Grossrat will Schüler wieder vermehrt separieren

Das Bündner Parlament geht bei der Integration in der Schule einen Schritt zurück. Eine Mehrheit stimmte für die Neulancierung der Einführungsklassen und will auch Kleinklassen wieder möglich machen (Schlagzeile in der Ausgabe der Südostschweiz vom 20. April 2017).

In der Sessionssitzung vom 19. April 2017 des Grossen Rates wurde u.a. der Auftrag des Schamser BDP-Grossrates Gian Michael behandelt. Sein Vorstoss hat eine Anpassung des Schulgesetzes zum Ziel, indem die Zuständigkeit und Gleichstellung der Schulungsreformen im niederschwelligen Bereich der Sonderpädagogik neu geregelt werden muss. Er will mit seinem Antrag verhindern, dass im Schulgesetz Integration als Priorität genannt wird. "Die Erreichbarkeit der Lernziele muss höher gewertet werden als die Integration. Deshalb muss es dem Schulträger freigestellt sein, ob er die Schüler teilintegrativ oder gar separativ unterrichten will" (G. Michael). Das würde bedeuten, dass es künftig jeder Gemeinde selber überlassen wird, Kinder mit besonderen Bedürfnissen in der Regelklasse zu intergrieren oder nicht.

Obwohl die Regierung der von Michael beauftragten Anpassung des Schulgesetzes zur Ablehnung empfohlen hatte, sagten 66 Grossräte Ja und 45 Nein, bei 6 Enthaltungen. Neu soll die Integration von Kindern mit leichteren und auch schwereren Beeinträchtigungen nicht mehr Priorität haben, sondern die separative Schulform soll vermehrt zum Einsatz kommen. Zudem werden die sogenannten Stunden für Integrative Förderung als Prävention (IFP) aus dem Schulgesetz gestrichen.


insieme Graubünden und Vereinigung Cerebral Graubünden haben per 1. Januar 2016 fusioniert

Die Mitglieder der Vereinigung Cerebral Graubünden und von insieme Graubünden haben am 27. November 2015 an ausserordentlichen Mitgliederversammlungen in Chur dem Zusammenschluss zum Verein insieme Cerebral Graubünden einstimmig zugestimmt.

Fusionsmitteilung